 ##  [Schneefallrate](/de/node/56422) 

 Definition

Die Rate, mit der sich Schnee an der Oberfläche ansammelt, häufig entweder als Schneehöhe pro Zeit (cm h−1) oder als Wasseräquivalent-Rate (mm h−1 SWE) angegeben; quantifiziert die Abgabe von Festniederschlag an den Boden.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Gesteuert durch vertikale Profile von Temperatur und Feuchte, Kristallhabit und Aggregationsprozesse, Ablagerungs- und Reifungsraten sowie synoptische/meso-sk Skalige vertikale Bewegungen; die gemessene Schneefallrate hängt von der Schneedichte ab, weil derselbe Wassergehalt unterschiedliche Tiefenansammlungen ergibt.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein seeeffektinduziertes Band erzeugt lokal Schneefallraten von 5 cm h−1 frischer Schneehöhe über mehrere Stunden; gleichzeitige Schneekissenmessungen zeigen Wasseräquivalentraten von ~2 mm h−1 aufgrund geringer Schneedichte (leichter, pulvriger Schnee).

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Schneehöhe direkt als Wasseräquivalent zu verwenden, ohne eine angemessene Dichteumrechnung vorzunehmen, oder Punkt-Tiefenmessungen zu mitteln, um ein flächiges SWE abzuleiten, ohne Windumverteilung und Stichprobenfehler zu berücksichtigen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Korrekt abgeschätzte Schneefallraten informieren Straßenverkehrswarnungen, Lawinenprognosen, Stausee- und Abflussvorhersagen nach der Schmelze sowie die Winterwartungsplanung; Fehleinschätzungen können zu unzureichender Vorbereitung und Sicherheitsrisiken führen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Sublimation oder Umverteilung durch Wind kann fallenden Schnee von der Oberflächenakkumulation entfernen, sodass trotz aktiver Niederschläge kaum Zunahme der gemessenen Tiefe erfolgt; umgekehrt können Reif- oder Rimebildungen Masse zur Oberfläche hinzufügen ohne typische Schneefallprozesse.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für festen Niederschlag in Form von Schneekristallen und deren Aggregaten, die den Boden erreichen; schließt gefrierenden Regen (Eisregen) aus, es sei denn, er wird in Wasseräquivalent umgerechnet, und schließt konvektiven Graupel und kleine Eiskörner aus, falls eine separate Klassifikation erforderlich ist.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung besteht zwischen der Angabe von Schneefall als Tiefe vs. Wasseräquivalent: Einsatzkräfte (Verkehr, Rettung) benötigen häufig Tiefe, Hydrologen benötigen SWE; 'Schneefallrate' und 'Wasseräquivalentrate' sind verwandt, aber nicht identisch.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Schneefallrate ist die zeitlich ausgedrückte Abgabe von Festniederschlag an die Oberfläche, deren praktische Bedeutung davon abhängt, ob Tiefe oder Wasseräquivalent verwendet wird, und welche Mess- und Umrechnungsverfahren angewandt werden.