Definition
Eine konzeptionelle oder rechnerische Darstellung von Erdbebenprozessen oder deren Auswirkungen, einschließlich Quellengeometrie und Bruch, Wellenausbreitung, Erdbebenbeanspruchungserzeugung, Wiederkehrverhalten oder statistischer Beziehungen, die zur Simulation, Interpretation oder Vorhersage seismischer Phänomene verwendet wird.

Prinzip

Prinzip
Formalisieren von Annahmen, Parametrisierungen, Anfangs‑ und Randbedingungen sowie Unsicherheitsdarstellungen; Wahl deterministischer oder probabilistischer Ansätze und Validierung bzw. Kalibrierung der Modelle gegenüber unabhängigen Beobachtungen zur Eingrenzung der Anwendbarkeit.

Demonstration

Demonstration
Eine physikbasierte Bruchsimulation, die Fault‑Geometrie, Spannungszustand und Reibungsgesetze vorgibt, um die dynamische Entwicklung des Bruchs und synthetische Seismogramme an Zielorten zu berechnen; eingesetzt zur Abschätzung erwarteter Bodenbewegungen für Szenario‑Erdbeben.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Behandlung einer einzelnen Modellrealisierung oder einer nicht validierten Simulation als definitive Vorhersage oder das Vernachlässigen struktureller Modellunsicherheit und Variabilität der Eingangsparameter bei der Nutzung von Ergebnissen für die Ingenieursplanung.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekt eingesetzt erzeugen Modelle Szenarien, probabilistische Gefährdungsschätzungen, synthetische Datensätze zum Testen von Analysen und mechanistische Einsichten in Prozesse, die Risikominderung und Planungsentscheidungen leiten.

Umkehrung

Umkehrung
Eine rein deskriptive Zusammenfassung, die nur aggregierte Beobachtungen enthält, ohne interne Struktur oder Parametersatz, der zur Simulation alternativer Szenarien oder zur Quantifizierung nicht beobachteter Zustände verwendet werden kann.

Abgrenzung

Abgrenzung
Umfasst deterministische, stochastische, empirische und hybride Darstellungen von Quellen, Wellenausbreitung und Standortreaktion; schließt rohe Beobachtungsdaten (Datensätze) sowie Management‑Interpetationen aus, die Modelloutputs umformulieren, ohne Modellmechanik zu bewahren.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen modellgetriebenen Erklärungen und rein empirischen Extrapolationen: Modelle bieten mechanistische oder statistische Struktur, erfordern jedoch Annahmen, die die Allgemeingültigkeit einschränken können, während rein empirische Anpassungen physikalische Interpretierbarkeit missen können.

Synthese

Synthese
Ein Erdbebenmodell ist ein explizites, parametriertes Rahmenwerk — mathematisch, statistisch oder rechnerisch — welches Hypothesen über Quellenverhalten und Wellenausbreitung verkörpert, um prüfbare Ergebnisse (synthetische Bewegungen, Gefährdungsmaße, Wiederkehrschätzungen) zu liefern und dabei Annahmen und Unsicherheiten explizit zu dokumentieren.