Definition
Die systematische Identifizierung, Abgrenzung, Klassifikation und räumliche Dokumentation vergangener, aktiver und potenzieller Rutschungsmerkmale in einem Gebiet zur Erstellung von Inventaren, Suszeptibilitäts- und Gefahrenkarten mittels Geländeaufnahme, Fernerkundung (Luftbilder, LiDAR, InSAR) und vorhandenen Datenquellen.

Prinzip

Prinzip
Kartierung verknüpft morphologische Erkennung, stratigraphischen und Nutzungs‑Kontext, Auslöserdaten und standardisierte Typologien in geeigneter Kartengröße sowie Metadaten, sodass kartierte Merkmale vergleichbar, wenn möglich datiert und für Modellierung und Entscheidungsprozesse brauchbar sind.

Demonstration

Demonstration
Ein regionales Team erstellt nach einer Sturmsaison ein Inventar durch Integration von UAV‑Orthofotos, LiDAR‑Geländeschattierungen zur Aufdeckung von Abschürfungen, feldbestätigten Merkmalen und historischen Luftbildern zur Altersbestimmung; das Ergebnis ist eine Geodatenbank mit Polygonen, die nach Typ, Datierungs‑vertrauen und Auslösermerkmalen verschlagwortet sind.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Veröffentlichung einer Rutschungskarte ohne Maßstab, Datum, Vertrauenswerte oder Datenherkunft oder das Vermischen von Inventarkartierung und Suszeptibilitätsklassifikation führt zu Fehlanwendungen durch Planer und zu fehlgeleiteten Risikominderungsentscheidungen.

Konsequenz

Konsequenz
Robuste Rutschungskartierung liefert die empirische Grundlage für Suszeptibilitäts‑ und Gefahrenmodellierung, Raumplanung, Infrastrukturplatzierung, Priorisierung von Gegenmaßnahmen und die räumliche Risikoübermittlung an Interessengruppen.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr betont Vorhersage statt Dokumentation: Prognosemodelle sagen mögliche künftige Vorkommen voraus, ohne ein kartographisches Archiv beobachteter Ereignisse zu erzeugen; Kartierung ist retrospektiv und beschreibend, Vorhersage prospektiv und probabilistisch.

Abgrenzung

Abgrenzung
Umfasst die räumliche Dokumentation von Massenbewegungsmerkmalen an Hängen in definierten Kartenmaßstäben und thematischen Klassen; schließt rein prognostische Modelloutputs aus, sofern sie nicht ausdrücklich als modellierte Suszeptibilität oder Gefahr gekennzeichnet sind, und schließt nicht mit Hanginstabilität verknüpfte geomorphologische Kartierungen aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen manueller Expertenkartierung (hohe interpretative Genauigkeit, geringere Reproduzierbarkeit) und automatisierter Klassifikation (hoher Durchsatz, variierende Fehlercharakteristika) sowie zwischen Inventarkarten (Was passiert ist) und Suszeptibilitätskarten (Was passieren könnte).

Synthese

Synthese
Rutschungskartierung ist eine standardisierte, räumlich explizite Aufzeichnung von Rutschungsphänomenen, erstellt durch Integration von Beobachtungs‑, Fernerkundungs‑ und Kontextdaten mit Metadaten und Typologie, sodass die kartierten Produkte Modellierung, Validierung und praktische Risikominderung unterstützen.