Definition
Die quantifizierten und nicht quantifizierten Grenzen des Wissens über Zustand, Trends und Reaktionen der Biodiversität, die aus Stichprobenfehlern, Nachweiswahrscheinlichkeit, taxonomischer Unsicherheit, Modellstruktur‑ und Parameterunsicherheit sowie Szenarioannahmen entstehen.

Prinzip

Prinzip
Unsicherheit sollte identifiziert, zerlegt (z. B. Stichprobe vs. Beobachtung vs. Modell vs. Szenario), wo möglich quantifiziert, durch Analysen propagiert und zusammen mit zentralen Schätzungen kommuniziert werden, um risikobewusste Entscheidungen zu ermöglichen.

Demonstration

Demonstration
Angabe von Konfidenzintervallen und der Streuung eines Modellensembles für projizierten Arealverlust einer Art sowie Sensitivitätsanalysen, welche Modellparameter die Ergebnisse am stärksten beeinflussen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Darstellung von Punktschätzungen ohne Unsicherheitsintervalle, Verwechslung von Präzision mit Genauigkeit oder Verschleierung methodischer Annahmen, die Unsicherheit verursachen.

Konsequenz

Konsequenz
Explizite Charakterisierung von Unsicherheit führt zu besser informierten Entscheidungen, angemessener Vorsicht bei hoher Unsicherheit und Priorisierung zusätzlicher Datenerhebung zur Reduktion kritischer Unsicherheiten.

Umkehrung

Umkehrung
Aus begrenzten Daten determiniert wahre Aussagen ableiten; Unsicherheit ignorieren und dadurch übermäßig selbstsichere oder fragile Managementempfehlungen erzeugen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Beinhaltet aleatorische Variabilität (natürliche Stochastizität) und epistemische Unsicherheit (Wissenslücken) in Messungen, Modellen und Szenarien; schließt normative oder wertebezogene Unsicherheiten aus, sofern sie nicht explizit Teil einer Bewertung sind.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Wird oft mit 'Variabilität', 'Fehler' oder 'Konfidenz' vermengt; die Spannung besteht darin, dass Unsicherheit ein breiteres Konzept ist, das verschiedene Quellen und Typen umfasst, die unterschiedlich behandelt werden müssen.

Synthese

Synthese
Biodiversitätsunsicherheit ist die explizite Erkennung und, wo möglich, Quantifizierung und Propagierung von Begrenzungen in Messung und Schlussfolgerung über Biodiversität, die berichtet und in Entscheidungen berücksichtigt werden müssen.