Definition
Die Gesamtheit der Verfahren und Anpassungen, die auf rohe Satellitensensormessungen angewandt werden, um digitale Zählwerte in physikalisch sinnvolle Einheiten (Strahlung oder Reflexion) umzuwandeln und geometrische Verzerrungen zu korrigieren, damit Konsistenz über Zeit und zwischen Sensoren gewährleistet ist.

Prinzip

Prinzip
Berücksichtigung von Sensorempfindlichkeitsfunktionen, Instrumentendrift, spektralen Bandpass-Eigenschaften, geometrischer Ausrichtung und atmosphärischen Effekten, sodass Messungen nachvollziehbar, vergleichbar und physikalisch interpretierbar über Szenen und Plattformen hinweg werden.

Demonstration

Demonstration
Durchführung radiometrischer Kalibrierung mittels bordeigener Kalibrierlampen oder vikariöser Boden-Referenzplatten, Anwendung atmosphärischer Korrektur zur Gewinnung der Oberflächenreflexion und geometrische Korrektur mit Boden-Kontrollpunkten zur Szenenausrichtung.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Verwendung von Hersteller-Standardverstärkungen für einen Sensor, der driftet, Unterlassen der Sensorkohärenz vor multisensoraler Analyse oder Ignorieren von BRDF-Effekten bei Vergleich von Aufnahmen mit unterschiedlichen Sonne‑/Blickwinkeln.

Konsequenz

Konsequenz
Richtige Kalibrierung liefert quantitative Messwerte, die für multi-temporale Veränderungsanalysen, sensorübergreifende Synthesen und die Ableitung physikalischer Variablen mit reduziertem systematischem Bias geeignet sind.

Umkehrung

Umkehrung
Unkalibrierte Bilder behalten sensorspezifische Verzerrungen, was eine verlässliche physikalische Interpretation oder quantitative Vergleiche über Zeit oder verschiedene Instrumente hinweg verhindert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Kalibrierung konzentriert sich auf die Umwandlung von Sensorausgaben in physikalische Einheiten und geometrische Korrekturen; sie umfasst nicht per se thematische Klassifikation und schließt spätere statistische Bias-Korrekturen oder modellbasierte Harmonisierung aus, sofern nicht explizit enthalten.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen 'Kalibrierung' als physikalischer Sensornormierung und 'Normalisierung' bzw. 'Harmonisierung', die statistische, empirische Anpassungen auf Produktebene sein können statt direkter radiometrischer Sensorkalibrierung.

Synthese

Synthese
Kalibrierung ist der grundlegende Prozess, der rohe Satellitenmessungen in standardisierte, physikalisch bedeutsame Werte und Geometrien überführt, damit nachfolgende Analysen quantitativ valide und vergleichbar sind.