Definition
Ein anomaler, oft schneller Anstieg des lokalen Meeresspiegels während eines Sturms, hauptsächlich durch starke auflandige Winde und verminderten atmosphärischen Druck verursacht und häufig zur astronomischen Gezeitenhöhe hinzukommend.

Prinzip

Prinzip
Windspannungen an der Meeresoberfläche schieben Wasser an die Küste, während niedriger Luftdruck zu einem lokalen Meeresspiegelanstieg (Inverse-Barometer-Effekt) führt; Küstenbathy metrie, Schelfbreite und Küstengeometrie beeinflussen Amplitude und Zeitpunkt der Sturmflut.

Demonstration

Demonstration
Ein Wirbelsturm, der auf ein flaches Kontinentalschelf trifft, treibt langanhaltende onshore-Winde, die Wasser gegen die Küste drücken; Pegel zeigen Meeresspiegel über den astronomischen Höchstständen um 2–5 m und verursachen Überschwemmungen tiefliegender Gebiete.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jede Küstenüberflutung bei Sturm pauschal als 'Sturmflut' zu bezeichnen, ohne Beiträge von astronomischer Gezeit, Wellenaufschlag oder fluviaten Überschwemmungen zu trennen; oder Sturmflut mit einem Tsunami gleichzusetzen, der anders entsteht.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig erkannt und vorhergesagt, erlaubt das Konzept die Abschätzung von Überflutungsbereichen, leitet Evakuationen und Infrastrukturplanung und erklärt Muster von Erosion, Dammbruch und Salzwasserintrusion in Ästuare.

Umkehrung

Umkehrung
Das Gegenteil ist ein sturmbedingter Meeresspiegelabfall (negative Sturmflut oder setup down), hervorgerufen durch offshore-Winde und hohen Luftdruck, der Küstenpegel vorübergehend unter die astronomischen Vorhersagen senkt.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf Meeresspiegelanstiege durch atmosphärische Forcierung auf Stunden- bis Tageszeitskalen; schließt tsunami-induziertes Auflaufen, langfristigen klimabedingten Meeresspiegelanstieg und isolierte Wellenaufschlagsereignisse ohne anhaltendes mittleres Meeresspiegel-Setup aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht eine Spannung zwischen 'Sturmflut' als meteorologisch bedingter mittlerer Meeresspiegelanomalie und dem Begriff 'Sturmtide' (Sturmflut plus astronomische Gezeit); deren Vermischung erschwert die Risikoübermittlung.

Synthese

Synthese
Sturmflut bezeichnet die meteorologisch erzeugte Erhöhung des Küstenmeeresspiegels durch Wind und niedrigen Druck, beeinflusst durch Küstengeometrie und Gezeiten und abzugrenzen von Tsunamis und einfachem Wellenaufschlag; sie ist zentral für Hochwasserrisiko und Notfallplanung.