Definition
Die vertikale Differenz des Wasserspiegels zwischen aufeinanderfolgenden Hoch- und Niedrigwasser an einem Ort, typischerweise über einen Gezeitenzyklus gemessen und als mittlere oder momentane Spanne angegeben.

Prinzip

Prinzip
Entsteht durch die gravitative Anziehung von Mond und Sonne kombiniert mit der Erdrotation, moduliert durch lokale Küstengeometrie, Beckenresonanz, Bathymetrie und Corioliseffekte, was zu diurnen, semidiurnen oder gemischten Gezeitenmustern führt.

Demonstration

Demonstration
In makrotidalen Buchten mit trichterförmigem Verlauf kann die Tidenhub mehrere Meter überschreiten — z. B. Orte mit Springtiden über 6 m — während geschützte Fjorde oder mikrotidale Küsten Bereiche von Zentimetern bis Dezimetern aufweisen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die 'Tidenhub' mit der Stärke der Gezeitenströme gleichzusetzen oder anzunehmen, ein einziger Wert gelte entlang ganzer Küstenabschnitte, ohne lokale Verstärkung oder Dämpfung durch Bathymetrie und Geometrie zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Genaue Kenntnis des Tidenhubs ist für die Schifffahrtssicherheit, Kartierung intertidaler Lebensräume, Küstenbautechnik (z. B. Deiche, Einlaufbauwerke) und die Vorhersage der Küstenexposition bei Sturmfluten unerlässlich.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr ist ein vernachlässigbarer Tidenhub (mikrotidales Regime), bei dem die Gezeiten nur geringe vertikale Änderungen bewirken und Küstenprozesse von Wellen und Flusszufluss dominiert werden.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf Änderungen der freien Meeresoberfläche, die astronomischen und langperiodischen Gezeitenbestandteilen zuzuschreiben sind; schließt transiente meteorologische Surges, nicht-gezeitenbedingte Seiches und lokalen Wellenaufschlag aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen 'Tidenhub' (Spanne zwischen Hoch- und Niedrigwasser) und 'Amplitude' (häufig als halbe Spanne definiert); inkonsistente Verwendung kann zu numerischen Fehlern in Technik und Ökologie führen.

Synthese

Synthese
Die Tidenhub quantifiziert die vertikale Schwankung der Meeresoberfläche, angetrieben durch astronomische Gezeiten und geformt durch lokale Geometrie und Resonanz; sie unterscheidet sich von sturminduzierten Pegelschwankungen und ist grundlegend für Küstenplanung und Habitatbestimmung.