Definition
Der Anteil des Sediments in einem fließenden Gewässer, der lokal durch Rollen, Gleiten oder kurze Sprünge (Saltation) entlang des Bettmaterials bewegt wird und dabei in Nähe- oder Kontakt zum Bett bleibt, statt in der Wassersäule verteilt zu sein.

Prinzip

Prinzip
Transport setzt ein, wenn die durch die Strömung aufgebrachte Schubspannung am Bett einen Entrauchungs‑Schwellenwert überschreitet (abhängig von Korngröße, Dichte und Bettpackung); der Bettfrachtfluss ergibt sich aus dem Gleichgewicht zwischen fluiden Antriebskräften und der Schwerkraft/Friction, die die Körner zurückhalten.

Demonstration

Demonstration
In einem kiesigen Flussabschnitt werden markierte Kiesel nach Hochwasserereignissen stromabwärts gefunden; gemessene Verlagerung pro Ereignis und Proben aus Bettfrachthaltern quantifizieren die Transportraten und zeigen episodische Pulse während hoher Abflüsse.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Alle während eines Sturms transportierten Materialien pauschal als Bettfracht zu bezeichnen und damit die unterschiedlichen physikalischen Grundlagen und Messansätze für Schwebstoff und Waschfracht zu ignorieren; oder Bettfracht als stetigen, kontinuierlichen Prozess zu behandeln, obwohl sie oft intermittierend ist.

Konsequenz

Konsequenz
Die richtige Bestimmung der Bettfracht erlaubt die Vorhersage von Bettformung, Eintiefung oder Aufhöhung von Gerinnen sowie ingenieurtechnische Folgen wie die Bildung einer Rüstungsschicht und die Dynamik von Kiesbänken.

Umkehrung

Umkehrung
Ein schwimmstoffdominiertes Regime, in dem feine Teilchen in der Wassersäule dispergiert und advectiert werden und der Bettkontakt vernachlässigbar ist — also vernachlässigbare Bettfracht und dominierende Schwebfracht.

Abgrenzung

Abgrenzung
Schließt feine, turbulenceunterstützte Sedimentklassen (Schwebfracht und Waschfracht) sowie gelöste Stoffe aus; gilt für klastische Partikeltransporte am oder unmittelbar über dem Bett, typischerweise von feinem Schluff bis zu Kies beziehungsweise Pflastersteinen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Wird oft mit dem Begriff ‚Bettmaterialfracht‘ (der Teil von Schweb- plus Bettfracht, der aus dem Bett stammt) oder allgemein mit ‚Sedimenttransport‘ verwechselt; Spannung entsteht, wenn Probennahmeverfahren oder Terminologie Bettfracht und in Bettnähe suspendierte Partikel vermischen.

Synthese

Synthese
Bettfracht bezeichnet grobe Partikel, die in Kontakt oder nahe am Bett durch Rollen, Gleiten oder kurze Sprünge transportiert werden; ausgelöst, wenn fluidbedingte Schubspannungen die Körner lösen, zeigt sie oft ereignisbedingte Pulse und unterscheidet sich mechanisch und funktional vom Schwebstofftransport.